Tresenrenovierung Teil 2 – Oberfläche

Nach dem Schleifgefecht kommt bekanntlich die Oberfläche. Lange habe ich darüber nachgedacht, welche Oberflächenbehandlung ich vornehme. Ölen, Wachsen, Lacken oder in Epoxy ertränken? Alles hat so seine Vor- und Nachteile. Öl sieht natürlich am schönsten aus und das Holz kann sich bewegen und atmen, allerdings hinterlassen Wein und Kaffee blöde Flecken und das Holz wird auch nur bedingt verstärkt. Wachs scheidet direkt aus, das bietet für diesen Tresen nicht genug Schutz. Mit Epoxidharz bräuchte es eine Verschalung zum gießen, auf diesen Aufwand hatte ich einfach keine Lust. Schlussendlich habe ich mich bei einem Freund erkundigt, der gerade in seinem Wohnheim den Tresen neu baut. Von ihm habe ich den Tipp zu PU-Bootslack bekommen. Bootslack muss in seiner eigentlichen Anwendung zur See den Elementen trotzen, also etwas aushalten. Nach ein bisschen Suche bei den lokalen Baumärkten bin ich auf einen Lack gestoßen, der eine gewisse Alkohol-, Säure- und Basenresistenz hat, was ideal für einen Wohnheimstresen ist. Gerade Alkohol, beim Ausschenken kommt halt nunmal auch mal was auf die Oberfläche, genau wie bei Kaffee, der sauer ist.

Der Tresen vor der Oberflächenbehandlung

Dazu ist der Lack ein Klarlack mit Bernsteinfärbung, was sich beim Aufbringen als sehr schön und gutaussehend erwiesen hat. Leider gibt es diesen Lack nur als Hochglanzlack. Der Hersteller hat auch ein Mattierungs-Additiv angeboten, das wurde mir aber leider erst vom Baumarkt und dann von einem weiteren Handel storniert. Das Additiv ist wohl nicht mehr lieferbar. Schade.

Die erste Schicht Lack

Die erste Schicht habe ich mit einem Kameraden aufgetragen, der auch schon Erfahrung mit Lack hat. Er konnte mir ein paar nützliche Tipps geben, zum Beispiel, dass ich die Kanten nochmal schräg abrollern sollte, um Lackkragen zu vermeiden.

Nach ein paar Schichten konnte man schon die Marschrichtung erkennen, die Lackfarbe lässt das Holz schon fast wie geölt aussehen. Nur der starke Glanz wirkt, als wäre die Fläche nass und billig, das stört mich noch.

Der Lack kommt natürlich mit seinen Dämpfen, also mussten alle Fenster aufgerissen, Türen geschlossen und neben den Tresen ein Ventilator gestellt werden, damit man nicht ganz mit Gasmaske aufmarschieren muss.

An dieser Stelle sieht man, wie sehr der Lack glänzt. Hier sind schon drei Schichten Lack aufgebracht, die vierte würde ich am liebsten mattieren. Leider war das Additiv nicht mehr verfügbar, also musste ich improvisieren.

Das habe ich natürlich zuerst an einem Stück Testholz ausprobiert, auf dem ich im Vorfeld zwei dicke Schichten Lack aufgebracht habe. Den Lack habe ich mit Korn 240 und 180 angeschliffen und sehr dünn wieder überlackiert. Die zusätzliche Schicht braucht man, um das ganze wieder als Oberfläche abzuschließen. Das Testresultat war einigermaßen zufriedenstellend, also habe ich den Schleifklotz angesetzt.

Durch das Schleifen wird das die Farbe schlagartig wieder hell und milchig. Ein Glück, dass das mit der weiteren Schicht die Farbe wieder schön wie vorher wurde, nur leicht matt. Bei der Theke ist mir das auf Anhieb gelungen, den unteren Tresenteil habe ich am nächsten Tag nachgebessert.

Und so schnell ist das Projekt auch wieder abgeschlossen und der Tresen kann wieder eröffnet werden. Nur noch kleine Verbesserungen wie Lüftungsschlitze für die Kühlschränke werden noch nachträglich eingearbeitet.

Tresenrenovierung Teil 2 – Oberfläche
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