Tresenrenovierung Teil 1 – Holz

Nach vielen Jahren hat es ein jeder Tresen einmal nötig, dass man sich ein bisschen um ihn kümmert. So ist es auch bei dem Tresen in meinem alten Wohnheim. Und während eh die Zusammenkunft vieler Personen auf engem Raum nicht zulässig ist, habe ich mein Werkzeug eingepackt und den Tresen zur Baustelle erklärt.

Man kann eindeutig sehen, dass dem Tresen etwas Wartung ganz gut tun würde. Also habe ich das Ganze grob abgehängt und erstmal die Aluminiumpaneele rundrum entfernt. Die allein sind schon etwas reinigungsbedürftig. In dem nun nackten Gerippe konnte ich auch noch einige, inzwischen in Vergessenheit geratene Steckdosen finden.

Als nächster Schritt kam ein einfacher Kabelkanal im hintersten Element. Hier stand lange Zeit eine Eisschrank und der Boden war doppelt aufgelattet. Hier kommt ein Kabelbaum aus dem Keller rauf. Um hier einen neuen Kühlschrank zu platzieren, müssen erstmal die Bretter weg und die Kabel so verlegt werden, dass sie nicht stören. Also habe ich Fräse und Stechbeitel zur Hand genommen und Nuten für die Kabel eingelassen.

Danach ging es den ersten Holzplatten an den Kragen. Mit dem Bandschleifer konnte ich die Schmale Platte und erste Teile des Tresens grob anschleifen. Nur dann hat mir der Schleifer leider den Dienst quittiert.

Zu der Zeit hatte ich aber schon einiges für den Tag geschafft und es neigte sich gegen Abend.

Am nächsten Tag habe ich mich erstmal daran gesetzt, den Schleifer zu reparieren. Einmal aufschrauben und siehe da, die Zahnräder sind komplett voll mit Holzstaub und einer klebrigen Masse!

Es wäre wunderbar einfach gewesen, wenn damit die Reperatur komplett gewesen wäre. Aber leider war es nicht der einzige Defekt. Nach mehrmaligem hin und her, zusammenbauen, ausprobieren und wieder aufmachen, habe ich es schließlich aufgegeben, den uralten Schleifer wiederzubeleben.

Nunmehr ohne Bandschleifer beschloss ich, erstmal anderes zu erledigen. Im vordersten Element gibt es zwei Einlegeböden, die ich erstmal abgeschliffen und dann mit einem Hartöl geölt habe. Dazu kommen die Holzunterböden der einzelnen Tresenabschnitte. Die habe ich auch abgeschliffen und mit einer Imprägnierlasur gestrichen.

Während ich nun darauf warten musste, dass ein neuer Bandschleifer ankommt, habe ich mich auch etwas an die verlegte Elektronik im Tresen gewagt. Eine Steckdose konnte ich noch unter dem Tresen anbringen, für den schnellen Stromzugriff und eine weitere, schon vorhandene, habe ich ein wenig nach unten versetzt, damit die Beleuchtung der Zapfanlage nun auch ohne unnötige Verteilersteckdose auskommt. Die so gewonnene Verteilersteckdose habe ich an anderen Ende des Tresen direkt wiederverwenden können für die weitere Beleuchtung des Tresens.

Mit dem Schwingschleifer und gutem Schleifpapier konnte ich dann den kleinen Holzteil vom Tresen Stück für Stück fein schleifen, von Körnung 80 auf 120 und schließlich auf 180. Danach habe ich noch immer wieder drüber geschliffen, per Hand Fehler ausgebessert, etc. Ein guter Trick, den ich gerne zwischen den Schleifungen vornehme, ist das Holz zu wässern. Das hat den Effekt, dass sich die Holzfasern aufstellen und so einfacher weggeschliffen werden können. Das Ergebnis ist ein schöner, glatter und weicher Schliff.

Als letztes habe ich mich noch den Aluminiumpaneelen gewidmet. Diese haben über die Zeit etwas Schmutz angesammelt, aber mit etwas Alkohol (Isopropanol, Vodka oder Korn, was man halt so findet) konnte der sich nicht lange halten.

Als dann der Bandschleifer endlich irgendwann angekommen war, konnte ich weiter loslegen. Der großen Holzfläche ging es an den Kragen, Schleifband für Schleifband, Korn für Korn.

Schließlich fehlten nur noch die Seiten und die Kanten. Die Seiten des oberen Tresenteils waren etwas schwierig, weil ich das Teil nicht komplett entfernen konnte, ohne sämtliche Elektronik zu entfernen. Also habe ich Stück für Stück das Teil gedreht und verschoben, um hinter der Zapfanlage und dem Geländer schleifen zu können. Auch die Seiten der Hauptfläche habe ich glatt geschliffen.

Einige der großen Macken gehen natürlich nicht raus, aber das macht auch etwas vom Charakter eines Tresens aus, der schon viel gesehen hat. Die Kanten habe ich dann von Hand weich geschliffen, die Unterkanten mithilfe von Handhobel und etwas Schleifpapier bearbeitet. Durch die Handarbeit konnte ich eine schöne Rundung einbringen und auf die Fehler im Holz und die Beschädigungen besser eingehen.

Zum Ende des Feinschleifens fiel mir dann auf, dass sich die Abtropfwanne der Zapfanlage komplett von seiner Verklebung gelöst hat. Damit kam das auch noch hinzu, Abschrauben, säubern und neu einkleben.

Damit sind die größten Arbeiten erstmal fertig. Die nun sauberen Paneele waren geschwind wieder angeschraubt, die frischen Einlegeböden eingelegt, der Schleifstaub überall weggewischt.

Fehlte nur noch eine Sache: Ein Lichtupgrade! Ich habe schon in meiner Küche und in meinem Schlafzimmer erfolgreich RGB LED-Streifen verlegt und der Tresen sollte nun auch einen Hauch persönliche Handschrift erhalten, neben den Holzarbeiten natürlich.

An diesem Punkt heißt es nun erstmal warten. Als Oberfläche kommt ein klarer Bootslack auf das Holz, allerdings haben die Baumärkte da gerade etwas Lieferschwierigkeiten. Ich habe mir einen sehr stabilen rausgesucht, der zusätlich auch noch eine gewissen Alkoholresistenz hat, was bei einem Tresen nie verkehrt ist. Leider wird hier die Lieferzeit mit 1 bis 2 Wochen angegeben. Dafür habe ich die Abhängung erstmal derartig heruntergenommen, dass das Holz für die Zeit etwas geschützt wird. Sobald der Lack da ist, kann ich weiter arbeiten!

Tresenrenovierung Teil 1 – Holz
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