Schuhregal aus alter Schrankwand

An der Balkontür zum Wohnzimmer haben sich seit unserem Einzug die Gartenschuhe gesammelt, mal wurden sie vom Wind verschoben, mal wurden sie vom Regen durchtränkt. Insgesamt standen sie immer unordentlich rum. Als dann mein Mitbewohner ein paar alte Schrankwände mitgebrachte, habe ich mich ans Werk gemacht. Und nach nur 2 Tagen mit gelegentlichem Arbeiten war es fertig: unser neues Schuhregal!

Hier habe ich die Gelegenheit genutzt, mal wieder etwas mehr mit meinen Stechbeiteln zu machen und durchgestemmte Zapfen zu üben.

Es erfordert etwas Präzision, die Löcher passend auf die Zapfen zu stemmen, sodass der Zapfen zum einen gut rein geht, zum anderen aber auch nicht zu locker sitzt und wieder rausfällt. Also habe ich jeden Teil einzeln angeordnet, angezeichnet, ausgestemmt und eingepasst.
Die Langhölzer habe ich mit der Handkreissäge aus dem Brett rausgeschnitten, was allerdings nciht allzu einfach war. Die Schwierigkeit liegt hier darin, die Streifen so schmal und gleichbleibend zu schneiden. Da ich keine Führungsschiene besitze, habe ich das mit einer Klemmschiene gemacht. Diese ist allerdings nicht so genau und damit wurden manche Streifen Trapezförmig, manche schmaler und manche breiter.

Das Ausstemmen selber war dann auch ein Lernprozess für sich. Zwischendrin habe ich die beiden Beitel zwei mal geschliffen, die Gefahr mit stumpfen Werkzeug ist es einfach nicht wert.
Ich habe zuerst die angezeichneten Grenzen eingestochen und die erste Schicht holz rausgeschabt. Danach habe ich mit immer im Wechsel erst die Ränder umstochen, die Holzfasern durchtrennt und dann den Rest rausgehebelt.

Dabei sind natürlich Abdrücke und Schäden auf der Werkbank entstanden. Aber es ist eine Werkbank, ein Werkzeug, das darf schonmal ein paar Kratzer abbekommen. Wichtiger ist, dass man sich nicht selber verletzt (was oft passiert, wenn man zB seine Werkbank unnötig schützen will), oder das Werkstück ruiniert.

Der mit Abstand schwierigste Part war dann das finale Zusammensetzen und Verleimen. Das war wieder so eine Situation, in der man am besten 5 Arme braucht. Beide Ebenen genau einzufädeln, wobei einige ziemlich fest sitzen, die ersten aber sehr leicht wieder rausfallen und die Hälfte dann wieder runterfällt. Mit etwas Hilfe von Cora habe ich es dann aber geschafft.

Und schon ein paar Stunden später hat das Regal seinen Dienst angetreten. Mit genug Platz für 9 Paar Schuhe, die sich mit der Zeit garantiert ansammeln werden, stehen unsere Schuhe jetzt aufgeräumt und regensicher an dem einen Punkt auf dem Balkon, wo der Regen nicht hin kommt.

Insgesamt war das ein schnelles und sehr befriedigendes Projekt. Kaum einer bemerkt, dass es selbstgebaut ist, fast jeder nimmt es als gekauft wahr, was durchaus ein großes Lob ist.

Vielleicht hat euch das ganze inspiriert, viel Spaß beim Nachbauen!

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