Mikroskopie – Rote Küchenzwiebel

In der Schule durfte ich in der Oberstufe an einem Biochemischen Praktikum (BCP) teilnehmen. Neben Qualitativer und Quantitativer Analytik haben wir auch ein halbes Jahr lang mikroskopiert.

Den Anfang macht hier ein wahrer Klassiker, die Rote Küchenzwiebel (Allium cepa). Die Zellen der Zwiebel sind groß und einfach zu sehen, die Zwiebel selber ist einfach zu schneiden. Wir haben die Zwiebel geschält und in die glänzende, rot-violette Haut einer Zwiebelschuppe ein Karomuster geschnitten. Danach wurde die dünne Haut eines Kästchens mit einer Pinzette abgezogen, die im Idealfall nur eine Zellschicht dick ist.

Wir hatten neue, elektrische Mikroskope mit hinterleuchteter Trägerplatte und neuen Objektiven. Hier konnte ich mit einem Handy einfach durch das Objektiv fotografieren. Ich hatte damals einen echt coolen Lehrer, er hatte absolut nichts dagegen, dass ich mein Handy in der Hand hatte, er wollte lediglich, dass ich ihm die Bilder zuschicke.
(Dazu muss man sagen, dass in meiner Schule absolut keine Handys geduldet wurden. An anderen Schulen und inzwischen ist das wohl anders, bei mir war nicht mal ein iPod Touch erlaubt)

Die Zwiebelzellen haben wir dann weiter auf Plasmolyse untersucht. Der Plasmolyse bei Pflanzenzellen liegt die Osmose zugrunde, bei der Wasser-Moleküle durch eine semipermeable Membran (hier die Zellmembran) in eine Lösung diffundiert, bis (im Optimalfall) ein Konzentrationsausgleich erreicht ist. Um dieses Phänomen unter dem Mikroskop nachzuvollziehen wird durch ein Präparat (hier: rote Küchenzwiebel) eine 0,7 molare Calciumnitrat-Lösung gesaugt. Der Vorgang lässt sich umkehren, indem man destilliertes Wasser durch das Präparat saugt, also eine Deplasmolyse durchführt.

Neben den Experimenten konnte ich auch etwas mit dem Objektiv und dem einstellbaren Licht herumspielen, wobei auch ein paar schöne Reflexionen und Farbspiele entstanden sind.

Mikroskopie – Rote Küchenzwiebel
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