Alte Holzstühle restaurieren

Jede Wohnung braucht Stühle, aber neue Stühle sind wahnsinnig teuer. Auf ebay habe ich einige Stühle sehr günstig bekommen, jedoch lagerten diese 20 Jahre im Keller und bei näherer Betrachtung waren diese Stühle nicht wirklich stabil und schon mehrfach verstärkt worden mit Winkeln und weiteren Schrauben. Also hatte ich ein neues Projekt.

Stühle sind schnell auseinandergebaut, alle Schrauben raus und die Teile auseinander gezogen. Bei ein paar Stühlen wurden zusätzlich zu den Winkeln noch Schrauben verbaut, die aber durch die existierenden Holzdübel gebohrt wurden. Das Seitenholz wurde dabei auch zerbohrt. Das musste ich natürlich reparieren, da die Stühle nach der Restaurierung diese nicht mehr brauchen würden.

Wenn alle Teile separiert sind, schleife ich sie, erst mit 80er Körnung vor. Dabei schleife ich auch den alten Möbellack runter, leider verbraucht das ziemlich viel Schleifpapier.
Danach bin ich direkt auf 180er Kornrund hoch gegangen. Normalerweise würde ich Holz danach noch einmal wässern, damit sich die plattgedrückten Holzfasern aufstellen, damit sich beim finalen Ölen diese nicht aufstellen und sich das Ergebnis rau anfühlt.
Hier war das aber nicht nötig, das Holz war schon wunderbar weich.

Anschließend folgten drei Leimvorgänge: Im ersten habe ich die Vor- und Rückseite gezwungen. Im Zweiten habe ich die unteren Verstrebungen mit dem Mittelteil erst in sich verleimt, um dann im dritten Vorgang die oberen und unteren Kanthölzer zu einem ganzen Stuhl zu verleimen.

Zwischendrin habe ich dann noch die kaputten Hölzer repariert, im Grunde habe ich Dübelabschnitte lose eingeleimt, Spanhölzer dazwischengeklemmt und den Rest mit Weißleim und Schleifstaub vermischt aufgefüllt. Das Holz habe ich eingebaut, da durch dieses Segment später wieder durchgebohrt und gedübelt werden musste.
Die letzten Unebenheiten habe ich dann noch mit Holzpaste ausgebessert. Kleine Punkte davon sieht man auch nach dem Ölen noch auf den Beinen. Glücklicherweise fallen sie nicht so sehr auf.

Geölt habe ich das ganze dann mit Leinölfirnis, gemischt 1:1 mit Petroleum, davon habe ich noch eine ganze Flasche voll von meinem Wohnzimmerboden übrig.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, keine unnötigen Schrauben mehr, keine Kratzer und Abplatzungen im Holz, Bohrlöcher in den Beinen und der Sitzfläche (ja, jemand hat echt von oben Schrauben reingedreht, obwohl doch von unten vorgebohrt ist -.-).
Geölt habe ich das ganz nur einmal, zum einen, weil es schon echt gut aussah und weil wir wieder echt dringend Stühle brauchten.
In regelmäßigen Abständen muss eh nachgeölt werden, ist bei diesem Holz aber nicht so dringend nötig. Es saugt sehr wenig Flüssigkeiten auf, die Fasern sind gesättigt.

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